Samstag, 2. Dezember 2017 - Vierzehnte Begegnung

Diese 14. Begegnung war für mich ein sehr wichtiger sehr bewegender Anlass mit interessierten Teilnehmern. Ich bekam die Möglichkeit, diese Begegnung über meine Freundschaft, von meinem grossen Respekt und Bewunderung für den zeitgenössischen Schweizer Komponisten Julien-François Zbinden zu widmen, der meine lange Karriere als Konzertpianistin bedeutend geprägt hat.

«Hommage»
Ausserordentlicher Anlass zum 100. Geburtstag von Julien-François Zbinden, (*1917)

Merci, Julien-François, dass du mir die Chance und die Freude gegeben hast, mit dir zu arbeiten und anlässlich deines 100. Geburtstages dein letztes Klavierwerk «Blüthner Variations» op. 111 in deinem Sinne spielen zu dürfen.

Maria Luisa Cantos
November – Dezember 2017

Introduction    Message envoyé par le compositeur

Je viens de fêter – et surtout tant d’amies et d’amis ont fêté mes 100 ans le 11 novembre dernier. Ce nombre impressionnant d’années est seul responsable de mon absence à Bözberg aujourd’hui.

Ma mémoire, qui, hélas, est aussi vieille que moi, n’a pas conservé les heureuses circonstances qui ont présidé à ma rencontre avec Marias Luisa Cantos. Elles me semblent remonter très loin dans le temps tant l’amitié qui me lie à cette grande pianiste est profonde.

En 1995 déjà, elle offrait à Baden la première audition suisse alémanique de Tango op.73 qu’elle présenta également à Lausanne en 2007 à l’occasion de mon 90e anniversaire, avec les Trois Préludes op.4, à chaque fois dans une éblouissante interprétation.

Ce soir, elle vous offrira, en création mondiale, mon ultime œuvre destinée au piano : Blüthner Variationen. Cet op.111 est dédié à mon instrument qui m’accompagne depuis 1947. Il est encore plus âgé que moi… puisqu’il date de 1910. Cette dédicace a fait rire et peut surprendre. Mais quel vrai musicien se refuserait à reconnaître que pour avoir une chance de bien en jouer, il faut entretenir avec son instrument, une relation que j’ose qualifier « d’amoureuse » ? Et je suis certain que Maria Luisa, qui aborde le clavier avec le superbe tempérament et la totale maîtrise que nous lui connaissons, n’osera pas prétendre le contraire !

Bonne soirée !
Julien-François Zbinden

Einführung      Message gesendet vom Komponisten

Am vergangenen 11. November 2017 habe ich zusammen mit vielen Freundinnen und Freunden meinen 100. Geburtstag gefeiert. Dieses beeindruckende Alter ist der alleinige Grund für meine Abwesenheit heute auf dem Bözberg.

Mein Gedächtnis ist leider gleich alt wie ich und hat die glücklichen Umstände, die zum Zusammentreffen mit Maria Luisa Cantos geführt haben, nicht bewahrt. Sie scheinen sehr weit zurückzuliegen, denn die Freundschaft, die mich mit dieser grossartigen Pianistin verbindet, ist tiefgehend.

Bereits 1995 führte sie den Tango Op. 73 in Baden auf, übrigens die erste Aufführung desselben in der Deutschweiz. Den Tango trug sie auch 2007 in Lausanne anlässlich meines 90. Geburtstages zusammen mit den drei Präludien Op. 4 vor; jedes Mal blendend interpretiert und präsentiert.

Heute Nachmittag wird sie als Weltpremiere mein ultimatives Werk für Klavier aufführen: die Blüthner Variationen. Dieses Op. 111 ist meinem Instrument gewidmet, das mich seit 1947 begleitet hat. Es ist noch älter als ich: es wurde 1910 produziert. Diese Widmung mag amüsieren und überraschen. Aber welcher wahre Musiker würde negieren, dass man mit seinem Instrument eine Beziehung eingehen muss, um gut zu spielen; eine Beziehung, die ich gar als „Liebesbeziehung“ bezeichnen möchte. Und ich bin mir sicher, dass Maria Luisa, die – wie wir wissen – die Klaviatur mit herausragendem Temperament und totaler Beherrschung spielt, es nicht wagen würde, das Gegenteil zu behaupten!

Einen schönen Nachmittag!
Julien-François Zbinden